Zugang zum Kapital: Finanzinstrumente sorgfältig prüfen!
Bei Erwerb einer französischen vereinfachten Aktiengesellschaft (SAS) sollte der Käufer genau auf etwaige Wertpapiere, Wandelschuldverschreibungen und -Darlehen achten, die unter bestimmten Voraussetzungen Zugang zum Kapital gewähren können. Diese Zugangsrechte werden häufig durch einen Kontrollwechsel ausgelöst. Ihre Ausübung kann zum einen dazu führen, dass neue Aktionäre hinzutreten, oder schon vorhandene Aktionäre mehr Aktien halten als ursprünglich angenommen. Des Weiteren kann die Ausübung der Rechte aufgrund einer daraus folgenden Kapitalerhöhung bewirken, dass nicht benötigte, liquide Mittel in der Gesellschaft blockiert sind.
Ein Bespiel für Wertpapiere sind die Zeichnungsscheine zugunsten von Managern des Zielunternehmens. Diese erlauben der Führungsebene, unter bestimmten Bedingungen neue Aktien zu zeichnen (BSA, BSPCE, …). Einige dieser Wertpapiere sind nicht an einen Käufer abtretbar – sie müssen entweder ausgeübt oder es muss auf sie verzichtet werden. Zugunsten von Finanzinvestoren existieren häufig Wandelschuldverschreibungen oder -Darlehen, die bei einem Kontrollwechsel in Aktien umgewandelt werden können. Das Bestehen und die Bedingungen derartiger Rechte sollten deshalb in der Due Diligence sorgfältig geprüft und ihre Auswirkung auf die M&A Transaktion in den Verträgen mit den verschiedenen Parteien berücksichtigt werden.